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Der Gedanke des Zusammenschlusses einer Berufsgruppe ist nicht neu, denn immer wieder zeigt es sich, daß es Dinge gibt, die der einzelne nicht durchsetzen kann, die aber im Interessenverband erfolgversprechend sind. Denken wir an die Erstellung eines Berufsbildes, die Nachwuchsförderung und an das Problem des Urheberrechtes bzw. des Miturheberrechtes des Kameramannes am Filmwerk.
Schon vor dem Krieg hat es einen "Club Deutscher Kameramänner" gegeben. Guido Seeber war damals der Initiator. Es waren fast alle Kameramänner – Kamerafrauen gab es damals noch nicht – dort Mitglied. Im Dritten Reich wurde der CDK aufgelöst und in die Arbeitsfront überführt. Es gab dann noch die KdDK, die "Kameradschaft der Deutschen Künstler", aber da machten viele nicht mit. Nach dem Krieg, 1950, als es mit dem deutschen Nachkriegsfilm, wenn auch sehr zögernd, wieder aufwärts ging, wurde der CDK erneut zum Leben erweckt:
Franz Koch, Walter Pindter, Friedl Behn-Grund, Ernst W. Kalinke und noch einige andere Kollegen gründeten nach der sogenannten Notkundgebung 1950 den CDK neu. Bald folgten andere Filmberufe diesem Beispiel. Es dauerte nicht lange, so entstand unter dem Namen Dacho ein Zusammenschluß der beim Film Tätigen. Aber wie es immer so ist, nachdem es anfangs mit dem deutschen Nachkriegsfilm sehr zaghaft losgegangen war, erholte sich die Branche. Alle hatten mit einem Mal gut zu tun. Es lief alles prima, und die meisten dachten, nun brauchen wir keine Berufsverbände mehr. Das Interesse an der Verbandsarbeit erlahmte.
Aber die Zeiten änderten sich, das Fernsehen, das Pantoffelkino, wie man damals überheblich sagte, fesselte das potentielle Kinopublikum, und die Besucherzahlen gingen rapide zurück. Das Kino mußte neue Wege gehen, und Kameramänner und -frauen mußten sich nach entsprechenden Betätigungsgebieten beim Fernsehen umschauen. Denn das würde der neue, potente Arbeitgeber werden. lrgendwann kam dann wieder die Idee der Interessenvertretung und des Zusammenschlusses zum Vorschein. 1980 war es soweit, der Bundesverband Kamera, bvk, wurde in München gegründet, während unabhängig davon in Berlin einige Kameramänner mit der gleichen Idee und dem gleichen Ziel zusammenkamen. Zuerst wurde die Vorstandsarbeit von einigen Kollegen gewissermaßen in Heimarbeit erledigt, aber bald sah man ein, es muß eine feste Kraft her und es muß ein Büro da sein, damit die Sache Hand und Fuß bekommt.
Der bvk hat im Laufe der Zeit eine beachtliche Anzahl von Vorträgen und Workshops zur lnformation und Weiterbildung seiner Mitglieder durchgeführt. Er ist Mitglied im Verwaltungsrat der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst. Er hat einen Almanach mit Angaben über Tätigkeit und Adressen seiner Mitglieder herausgegeben, der jährlich auf den neuesten Stand gebracht wird.
Durch diesen CAMERA GUIDE sind der bvk und seine Mitglieder europaweit präsent auf allen Schreibtischen der Produktionsfirmen von Film und Fernsehen. Welcher Stellenwert diesem Informationsbuch beigemessen wird, kann daraus ersehen werden, daß alle Berufsverbände, die inzwischen gegründet wurden, dieses Nachschlagewerk übernommen haben und es für ihre Mitglieder in abgewandelter Form herausbringen. Der bvk ist in letzter Zeit damit befaßt, auf dem Gebiet des Urheberrechts und der Miturheberschaft die Stellung des Kameramannes zu fixieren und zu untermauern. Es wird noch viele Probleme geben, an deren Lösung der bvk wird mitarbeiten müssen, und wir wollen hoffen, daß auch zum Zeitpunkt der endgültigen Integration der Länder Europas der Gedanke des Zusammenhaltes der FiImschaffenden weiter Bestand haben wird.
Ernst W. Kalinke
Diesem Rückblick unseres Ehrenvorsitzenden Ernst W. Kalinke möchten wir folgendes hinzufügen: Die Mitglieder und der Vorstand verdanken ihm viel, den Anschub sowie einen großen Teil der Erfolge, die der Verband in den Jahren seines Bestehens errungen hat. Die Belebung der Tätigkeit der anderen Filmverbände, mehrere Neugründungen sowie das Gehör, das sich der bvk in der Vergangenheit in der fachlichen Öffentlichkeit schaffen konnte, wären ohne die Vorarbeit und das Prestige von Ernst W. Kalinke und der anderen Ehrenmitglieder nicht denkbar.
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